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Prüfmittel in fremde Hände?
Steinbeis-Nachrichten SZQ
| Die "Muss-Bestimmungen" der DIN EN
9000ff. fordern: Der Lieferant muss im Hinblick auf den Nachweis,
dass Produkte die festgelegte Qualitätsforderung erfüllen,
die Prüfmittel überwachen, kalibrieren und instandhalten
...
Für viele Betriebe bedeutet die Erfüllung dieser
Norm- oder Kundenvorschrift - soll dies durch eigenes Personal
und Gerät geschehen - ein unverhältnismäßig
großer Investitions- und Kostenaufwand.
Aus diesem Dilemma, den Qualitätsforderungen gerecht
zu werden und die Kosten nicht überproportional steigen
zu lassen, helfen seit kurzem Dienstleistungsbetriebe, die
sich auf die Prüfmittelüberwachung spezialisiert
haben.
Somit sind Make-or-buy-Überlegungen gerade auch hinsichtlich
der Prüfmittelüberwachung sehr aktuell. Dabei treten
jedoch wichtige Fachfragen und Informationsbedarf bezüglich
der Auftragsabwicklung auf. Deshalb sind fundierte Insider-Antworten
sowie aus der täglichen Praxis gewonnene Argumente eine
gute Basis für die optimale Management-Entscheidung.
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| "Auf den persönlichen Kundenkontakt kommt es an" |
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Statements
und Ansichten von Elisabeth Steiner zum Thema Prüfmittelüberwachungs-Service
Gibt es Merkmale, an denen gute Dienstleister
erkennbar sind?
Elisabeth Steiner: Sollen Prüfmittel
durch externen Service überwacht werden, ist die zwingende Voraussetzung,
dass dem Dienstleister uneingeschränktes Vertrauen entgegengebracht
werden kann. Deshalb halte ich ein persönliches Gespräch
des Kunden mit dem von ihm ausgewählten Dienstleister für
außerordentlich wichtig. Schnell lässt sich bei diesem
Treffen die Wahrscheinlichkeit ableiten, ob die geplante Geschäftsbeziehung
harmonisch ablaufen wird.
Das Leistungsangebot , das solch einem Gespräch gewöhnlich
vorausgeht, gibt ebenfalls bereits deutliche Hinweise auf Seriosität
und Know-how des potentiellen Lieferanten.
So sollte ein aussagefähiges Angebot neben der reinen Aufzählung
der Dienste stets auch die anfallenden Kosten ausweisen.
Ein weiteres Top-Merkmal ist die Lieferbereitschaft des Dienstleisters.
Dazu gebe ich ein Beispiel: In vielen Firmen sind die Prüfmittel
im ständigen Gebrauch, so dass sie kaum entbehrt werden können.
Soll die teure und aufwendige "Prüfmittel-Zweitgarnitur"
vermieden werden, sind in einem solchen Fall in erster Linie nur die
Prüffirmen geeignet, die sich auf diese Kundensituation eingestellt
und auf eine zügige Geschäftsabwicklung spezialisiert haben.
In der Praxis kann das heißen, die Prüfmittel nach Feierabend
beim Kunden abzuholen, im Prüflabor über Nacht zu temperieren,
am nächsten Morgen zu messen und anschließend sofort wieder
auszuliefern!
Desweiteren besitzen gute Dienstleister eine mit ihrem Serviceangebot
tatsächlich vollständig übereinstimmende technische
Prüfausrüstung, über deren Qualifikation es natürlich
keinerlei Zweifel geben darf.
Last but not least geben die angebotene Kommentierung und Dokumentation
der Prüfergebnisse Aufschlüsse über die Praxisorientiertheit
und das Know-how des Dienstleisters.
Wie vollzieht sich die Zusammenarbeit
mit dem Kunden, es werden ja doch auch vertrauliche Themen behandelt?
Elisabeth Steiner: Da schneiden Sie ein sehr
wichtiges Thema an. In der Tat sind für eine funktionierende
Prüfmittelüberwachung detaillierte, oft vertrauliche Informationen
notwendig. Auch hier ein Beispiel: Wir stellen bei der normkonformen
Überwachung eines Messmittels fest, dass dieses von Sollwert
abweicht und zwar, sagen wir mal, in der vierten Stelle nach dem Komma,
also für uns unzweifelhaft nicht in Ordnung ist. Wissen wir nun,
dass der Kunde weitere Einsatzgebiete, die eine größere,
vielleicht im Hundertstelbereich liegende Messtoleranz zulassen, in
seinem Betrieb besitzt, können wir sofort entscheiden, ob das
getestete Prüfgerät dort noch verwendet werden darf.
Liegen Werksnormen vor, sind diese selbstverständlich für
die Beurteilung und Ergebniskommentierung eine wertvolle Hilfe. Übrigens
sind wir gerne bereit, beim Aufbau der Prüfmittelüberwachung
oder dem Erstellen firmenspezifischer Normen beratend mitzuwirken.
Sie sehen, bei der Prüfmittelüberwachung geht es schon ans
"Eingemachte"! Der Kunde muss sich deshalb ohne jede Einschränkung,
fachlich wie moralisch, auf seinen Lieferanten verlassen können.
Wie sind Sie dazugekommen, das Thema Prüfmittelüberwachung
zur Geschäftsgrundlage zu machen?
Elisabeth Steiner: Nachdem im Rahmen der
anstehenden ISO-Zertifizierung des Betriebs meines Mannes - der
Steiner
Präzisionsdrehteile, Manfred Steiner, das Thema Prüfmittelüberwachung
zur Diskussion stand , habe ich festgestellt, dass es in unserer
Region keinen Dienstleister gibt, der bezüglich kurzer Bearbeitungszeiten,
etwa auch einem Eilservice, der übrigen Angebotspalette und
dem generellen Preis/Leistungsverhältnis den Kundenvorstellungen
wenigstens annähernd entspricht.
Diese Feststellung wurde mir von vielen Gesprächspartnern bestätigt,
und so reifte der Entschluss, auf diesem zukunftsträchtigen
Gebiet unternehmerisch tätig zu werden.
Mittlerweile verfügen wir über eine qualifizierte Mannschaft,
das notwendige Know-how und leistungsfähige Geräte, um
eine qualifizierte, kundenorientierte und äußerst wirtschaftliche
Prüfmittelüberwachung durchführen zu können.
Was ist besonders zu beachten, wenn man die Prüfmittel
in "fremde Hände" geben will?
Elisabeth Steiner: Neben der erwähnten Vertrauenswürdigkeit
des Dienstleisters ist natürlich die Umsetzung des angebotenen
Leistungsspektrums von Bedeutung, hier scheiden sich die Geister!
Wenn z.B. in einem Angebot steht:
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"kostengünstig";
heißt das, der Lieferant bemüht sich gemeinsam mit dem
Kunden um die kostengünstigste Lösung der Überwachungsaufgabe?
Ich hatte vor kurzem einen Fall, bei dem der Kunde nur über sehr
begrenzte Mittel verfügte. Nach Einholen von Detailinformation
vor Ort konnten wir helfen, indem wir ein Rabattsystem vorschlugen,
die Signierung sehr kostengünstig übernahmen sowie Verpackungs-
und Versandkosten aufgrund Ab- und Antransport der Prüfgüter
durch unseren Fahrdienst minimierten.
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"moderne Prüfeinrichtungen";
heißt das, der Lieferant ist messtechnisch optimal für
die Kundenaufgabe ausgerüstet? Dazu muss er diese auf jeden Fall
erst einmal kennen!
Wir haben uns auf mechanische Messmittel spezialisiert und lehnen
deshalb anders gerichtete Anfragen von vornherein ab.
Die Konzentration auf diesem sehr bedeutenden Messsektor bietet dem
Kunden große Vorteile. So sind wir zum Beispiel in der Lage,
die mechanischen Prüfmittel "kommentierbar zu checken".
Was verstehen wir unter diesem Begriff? Nehmen wir die Grenzlehrdorne,
die sich durchaus normgerecht mit einer Gegenlehre überprüfen
lassen. Als Ergebnis erhalte ich eine Ja-Nein-Aussage, also entweder
ist das Messmittel noch gut oder schon schlecht. Messabweichungen
können hier nicht quanitifiziert werden. Freilich sind solche
Serviceleistungen zwar billig, oftmals aber nicht kostengünstig,
und in keinem Fall kann hier von "modernen Prüfeinrichtungen"
die Rede sein!
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"Allround-Service";
heißt das, der Lieferant bietet über die reine Mess-Dienstleistung
hinaus auch einen Eilservice, die normspezifische Protokollierung
und fachgerechte Kommentierung der Messergebnisse sowie eine auf die
individuellen Kundenanforderungen angepasste Abarbeitung der Prüfmittelüberwachung?
Und umfasst der "Allround-Service" auch die eigene Dokumentation?
Nicht zuletzt, um dem Kunden noch mehr Sicherheit bezüglich der
Rückverfolgbarkeit von Geschäftsvorgängen zu gewähren,
haben wir uns zertifizieren lassen und sind jederzeit bereit, unseren
Geschäftspartnern Einblick in unser Prüflabor und in unsere
Arbeitsweise zu gewähren!
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Frau Steiner, Sie haben den Lesern eine Fülle wichtiger Informationen
sowie Anregungen gegeben und aufgezeigt, dass Prüfmittel durchaus
auch in fremde Hände, so es denn die richtigen sind, gegeben
werden können.
Hans-Georg Simanowski
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